+++Sensation! Pink Floyd hat Outtakes aus „Wish You Were Here“, „Meddle“ und „Dark Side of The Moon“ auf Platte gepresst!!!+++

Ich bin mit Pink Floyd groß geworden. Oder besser: Pink Floyd haben meinen Musikgeschmack über Nacht erwachsen werden lassen. Höre ich die neue Platte „The Endless River“, denke ich an die Zeit meiner musikalischen Initiation. 

Gut, ich war zwar erst 13 und dann ist es ja nicht verwerflich, wenn man noch so Teenie-Mucke hört. Aber ich hatte da einen Freund, der war schon 18 und kannte so Bands wie Pink Floyd und Genesis, spielte es mir vor und ich war sofort überzeugt. Und so war „Meddle“ die erste ernstzunehmende Platte, die ich mir gekauft habe. Saturn, L, 15 Mark 90. (wobei mir gerade einfällt, dass ich unbedingt mal was darüber schreiben muss, was Saturn früher für uns Musikjunkies war)

Die Platte steht heute noch bei mir rum, sieht ganz schön scheiße aus und klingt auch sehr knusprig. Also so: „krfft — brtzlbrtzkn — PING! –krfft – brtzlbrtzkn — — krfft – PING!!! …“ usw. Das Stück „Echoes“ wurde zum Klammerblues benutzt, also bei Partys musste man eine komplette Plattenseite lang mit dem gleichen Typ tanzen, eng, das war nur dann gut, wenn man den Typen auch gut fand.

Zurück zur Musik. Während meine Freundinnen weiter Bay City Rollers hörten, feierte ich diese Platte rauf und runter, und das auch sehr laut. Ich versuchte meine Eltern davon zu überzeugen, dass diese Musik toll ist, immerhin ist mein Vater ein alter Jazzer, von dem ich dachte, er würde auch musikalischen Experimenten gegenüber aufgeschlossen sein. Nun, er sagte, das werde ich nie vergessen: „Das ist Musik für Musiker, ihnen ist es egal, ob jemand zuhört.“ (Frage: ist es beim Jazz manchmal nicht genau so?)

Ich machte weiter. Es gab so anstrengendes Zeug damals, von Yes, von Genesis, und auch von Pink Floyd, man erinnere sich an die Platte mit der „Kosmogolpumpe“, ich nenne sie so, weil da auf dem Cover so eine schräge Maschine gezeichnet ist. Aber sie heißt „Relics“. Und dann die unglaubliche „Umma Gumma“. Da ist unter anderem ein sehr kurzes Stück drauf, mit dem wunderbaren Titel „Several Species Of Small Furry Animals Gathered Together In A Cave And Grooving With A Pict“. Nicht anhörbar, wenn man nicht so auf Avantgarde steht. Und dieses „Careful with that Axe, Eugene“, das mit dem Schrei. Wow, ja das passte in den verkifften Nebel der Keller, in denen wir auf ollen Sperrmüll-Flokatis hockten und uns das psychodelische Zeug reinzogen.

Oh Pink Floyd. „The Dark Side of The Moon“. Das Prisma auf dem schwarzen Hintergrund. „Us and Them“, und diese unglaublich singende Frau bei „Great Gig in the Sky“. Ich kann bis heute jeden Ton mitsingen, nur nicht so toll.

„Wish you were here“. Ohne Worte. Der Song ist und bleibt für mich einer der wichtigsten meines Lebens, weil es der erste Pink Floyd-Song war, den ich auch auf der Gitarre spielen konnte, und auch, weil ich ihn mit einem Menschen immer zusammen gesungen habe, der jetzt nicht mehr da ist.

Bei „Animals“ hat meine Begeisterung schon etwas nachgelassen, bei „The Wall“ war irgendwie Schluss, weil ich dieses Kinderlied von Anfang an nicht ertragen konnte. Denn es war in den Charts und so hörte Pink Floyd auf, für mich etwas Besonderes zu sein. Die wurden ja auch langsam alt.

Und jetzt haben zwei richtig alte Männer namens David Gilmour und Nick Mason ihre 20 Jahre alten Aufnahmesessions vom Speicher geholt und das Zeugs mit der neuen Studiotechnik aufgepimpt. Das Ganze auf ein Album mit 4 Seiten gepresst. Nun. Eine CD hat ja nur eine Seite, aber ok.

Und was ist da nu drauf?? Musik, die klingt wie als hätte sie nicht mehr auf die alten Platten gepasst. Da ist ein bisschen „Shine on your Crazy Diamond“, ein bisschen „Echoes“, ein bisschen „Breathe“, na ja das alles eben. Ich bin entsetzt und fasziniert. Denn irgendwie frage ich mich, warum müssen die das machen? Können die alten Männer nicht doch irgendwie noch nen neuen Sound produzieren? Jaja, da ist der verstorbene Rick Wright zu hören, eigentlich trägt vieles dieser neuen Platte dessen Handschrift. Die beiden sagen ja auch: Das ist eine Hommage an Rick. Und warum haben sie dann nicht den Roger Waters mit ins Boot geholt? Weil der immer noch rumzickt wegen der alten Streiterei. Da geht einfach gar nichts, vor allem zwischen Roger und Dave.

Es ist ein Abschied. Heißt es. Eine Abschiedsplatte von zwei alten Rockmusikern, die als Pink Floyd nochmal kurz „Hallo“ sagen wollten. Das haben sie ganz ordentlich gemacht, wobei ich als Mensch, der mit Pink Floyd groß geworden ist, diesen ollen Kram einfach nicht brauche, weil es eben nur fast so klingt als wäre es, vielleicht mag es Nostalgikern anders gehen…

Und das Cover, ne?  Es ist zerrissen worden. Ich muss da nicht viel mehr zu sagen. Es interssiert mich nicht, welche Drogen der Typ genommen hat, der diesen Quatsch designt hat. Ein Typ, der mit wehendem weißen Hemd auf einem Ruderboot steht und auf Wolken in den Sonnenuntergang hineinschwebt. Urgh.

screenshot warnermusic

 

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