Laundry Day: Waschtag in Belgien

Neulich habe ich meinen Sohn und drei seiner Freunde zu einem Elektrofestival nach Antwerpen gefahren. Da mach ich mir mal nen schönen Tag in Antwerpen, hab ich zunächst gedacht. Die Kinder auch. Aber ich bin ja nicht ganz doof.

Bin auf die Presseseite gegangen und habe mir Zutritt verschafft. Und einen fantastischen Parkplatz, was bei 65.000 Besuchern nicht das Schlechteste ist. Also gut. Ein Festival mit EDM, Electric Dance Music. Musik, die Leute wie David Guetta in schlecht, wie Martin Solveig in gut machen. Letzterer war unter anderem auch da, beim Laundry Day.

DSC_9270Ok, wir also rein, Bons gekauft, die Kidz haben sich direkt mal ein paar Biere reingezogen, worauf ich mir sagte: Du wirst erst heute nacht um 1 – also in 12 Stunden – wieder im Auto sitzen, also los, zeigen wir den Kindern mal, wo der Frosch die Locken hat. Mit der Ansage, dass ich den Bierkonsum nur bis zu einem gewissen Grad mitmache und dulde, und außerdem Drogen jeglicher Art ablehne, da ich 1. verantwortlich für die ca 17jährigen Menschen war und 2. keinen Bock auf ein vollgekotztes Auto hatte, stürzten wir uns bierselig in die Festival-Atmosphäre. Ich natürlich froh, dass die Kidz die Mutti mitgenommen haben. Elektrosound von Bühne zu Bühne. Bumm Buff Bäm. Nur feiernde und tanzende Leute. Und mittendrin wir. Und mein Sohn, der groß wird.

DSC_9275So groß, dass ich ihn und seine Freunde dann doch mal alleine gelassen habe, indem ich mich in den Presse- und VIP-Bereich zurück gezogen habe. Während die Kinder also vor der Hauptbühne in der dritten Reihe abrockten, konnte ich das Treiben auf der VIP-Tribüne beobachten. Hier war der Altersdurchschnitt erheblich höher – hier waren die Typen, die mit dem Zeug Geld verdienen. Kübelweise Champagner und Bombay Gin wurde hier versoffen. Und ich will nicht wissen, was die sich sonst noch so reingezogen haben. Ich trank Cola. Es wurde dunkel, ich nochmal mit der Kamera raus. Die Leute hatten Bock darauf, sich fotografieren zu lassen.

DSC_9314Die Mucke: Also folgendermaßen. Ein Stück wird angespielt, ein Stück, das man so aus den Charts kennt. Dann der DROP. Also, der DJ stoppt das Ding irgendwie, knallt ein paar Effekte dazu, und dann: BÄM. 65.000 Leute springen. Das Ganze wiederholt sich – äh, ich stand drei Stunden rum und war dennoch fasziniert, von der springenden Masse, von der Lightshow, die von der megalomanischen Bühne kommt, wo nur ein kleiner Kerl draufsteht und an den Knöpfen dreht.

Zwischendurch werden von der Security ein paar vollgeknallte Typen abgeschleppt, die sich ordentlich wehren und die halbe VIP-Tribüne zerlegen. Ok, das gehört dazu.

Am Ende mit dem ganzen Pulk Richtung Ausgang. SMS mit meinem Sohn, wir treffen uns am Auto. Alles friedlich. Man latscht einfach mit der Menge raus, nach 12 Stunden Dauerparty, Alkohol und bewusstseinserweiternden Substanzen erstaunlich ruhig.

DSC_9325Die Kidz waren fröhlich und müde. Sie hatten schon lange keine Bons mehr gehabt, um sich noch Bier oder Shots zu besorgen. Stattdessen haben sie sich alles, was sie noch hatten, aufgehoben, um sich davon Wasser zu holen. Was erheblich teurer war als ein Bier. Find ich ziemlich scheiße, diese Verkaufspolitik. Gerade weil das Durchschnittsalter auf solchen Festivals unter 20 liegt. Das ist den champagnersaufenden Koksern auf der VIP-Tribüne allerdings herzlich egal. Die sehen halt lieber die Kohle, und nicht die Sanitäter mit den alkoholvergifteten Kindern, die ihr Taschengeld für diesen Tag gespart haben und lieber zwei Bons für ein 0,25er Bier ausgeben als drei Bons für ein langweiliges 0,2er Wasser.

Im Auto waren meine Kidz alle ziemlich ruhig und schliefen schnell ein. Ich habe alle nach Hause gebracht, froh, dass sie heil und gesund und bei vollem Bewusstsein waren, dass sie Mega-Spaß hatten und dass sogar die Mutti was von dem Tag mitgenommen hat.

Festivals sind schon geil. Ich trage jetzt noch das Bändchen, und das so lange, bis es abfällt. Wer weiß, vielleicht wird es das nächste Mal Tomorrowland sein. Da sind dann drei mal so viele Leute. Wobei. Meine Altersgruppe bevorzugt ja eher sowas wie Wacken. Ich muss mal mit dem anderen Frosch reden.

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