Mein Anti-Anti-#Icebucketchallenge-Rant

Ach du je, jetzt zerfleischen sie sich alle im Netz über den Wassereimer. Das nervt mich, gestern hab ich mich so aufgeregt, dass ich mir mitten in der Nacht noch einen Becher Wein über in den Kopf gekippt habe. 

Ein Video auf Facebook: Eine gutaussehende junge Lady hält Zettel in die Kamera, auf denen steht, warum sie NICHT mitmacht, dann erklärt sie jedem, der es immer noch nicht weiß (gibt es Leute, die immer noch nicht wissen, was ALS ist?), was das eigentlich für eine Krankheit ist und dann steht da noch auf einem Zettel, dass sie jetzt auch 20 Euro spenden werde und auf weitere Nominierungen verzichte. GÄHN! Dann kommentiert einer drunter: „Ja, ich kann diesen ganzen Schwachsinn auch nicht mehr sehen.“ Und ich so: „Sorry was soll das? Der Hype hat mittlerweile 30 Mio eingebracht. (…) Nettes Video von der Lady aber überflüssig. Ich find die Aktion gut.“

In dem Thread habe ich keine Freunde mehr.

Abgesehen von dieser Lady, die mit ihrem selbstgefälligen Gesichtsausdruck in mir den dringenden Verdacht geweckt hat, dass sie mit ihrem Anti-Clip selbst nur klick-geil ist, frage ich mich, ob all diesen Klugscheißern, die gegen die Challenge motzen, denn nicht bewusst ist, dass durch diesen Quatsch 30 Millionen Dollar zusammen gekommen sind? Dass ohne die Challenge immer noch kein Mensch wüsste, was das eigentlich für eine Scheißkrankheit ist? Außer vielleicht den 150.000 Betroffenen weltweit und denen, die sich um sie kümmern? Und dann hat eines dieser vielen vielen Videos mich richtig richtig berührt, das, wo ein ALS-Kranker sich selbst mit Eiswasser übergießt und dann erklärt, dass diese Krankheit in seiner Familie ist und Bilder zeigt, wie er seine ALS-kranke Mutter pflegt und dann mit Tränen in den Augen sagt, dass es bei ihm auch langsam losgeht und dass er jedem, der bei der Aktion mitmacht, von Herzen danke.

Ich verstehe die Diskussion nicht. Sollen sich doch die Promis produzieren in ihren Handyvideos. Man muss sich doch die Heidi Klums und Helene Fischers nicht angucken! Und auch nicht die von irgendwelchen Trittbrettfahrern. Sollen sie doch machen! Die Sache läuft, die Krankheit hat weltweite Aufmerksamkeit bekommen und eine Menge Kohle ist gespendet worden. Übrigens auch ganz kleine Summen von Leuten aus dem Bekanntenkreis, denn da gibt’s keinen Selbstdarstellungszwang sondern echte Begeisterung für die Aktion und den Willen, etwas Gutes zu tun.

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass die Welt viel mehr solcher Kampagnen braucht. Die Leute bewegen doch sonst ihren Arsch nicht! Für NIX gehen die auf die Straße! Aber für ein Handyvideo und einen eiskalten Wasserguss bewegen sie sich plötzlich. Das ist doch super. Ich würde so einen Scheiß direkt mitmachen und die Kohle an die Krebsforschung stiften. Meine Mom ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben, ganz schnell, das war gar nicht lustig. Aber ich würde mich über jeden Witzbold freuen, der irgendso einen viralen Hype lostreten würde, zugunsten der Krebsforschung.

Ich bin ECHT sauer über diese bescheuerte Diskussion. Werdet selbst mal krank, dann freut ihr euch vielleicht auch über lustige Videos von Heidi Klum und Helene Fischer, die sich zwar produzieren, aber immerhin dafür sorgen, dass über die Sache geredet wird, um die es bei dem Spaß geht.

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