Der Flötenfrosch wurde entdeckt!

Ich wusste schon immer, dass auch im Netz Talentscouts unterwegs sind. Und tatsächlich hat mich einer entdeckt. Ich bin sehr stolz – darauf, dass es außer euch treuen Lesern nun jemanden gibt, der meine kleinen Texte hier so zu schätzen weiß, dass er mir eine Kooperation angeboten hat.

Folgende Mail erreichte mich soeben: „Für einen unserer Kunden bin ich bei der Suche nach qualitativen Lifestyleblogs auf deine sehr interessante Seite https://floetenfrosch.wordpress.com/ gestoßen. Der Kunde, ein Online-Vermieter privater Ferienapartments, ist gerade dabei, seine Online-Präsenz auszubauen – daher wären wir sehr daran interessiert, mit dir zu kooperieren – zum Beispiel in Form eines Blogbeitrages.“

Oh. Das hier ist also ein qualitiatives Lifestyle-Blog. Ich freue mich über das Lob und erröte. Sofort google ich den Namen der Unterzeichnerin, offenbar hat sie vergessen, die Signatur unter die Mail zu setzen; da steht nur ihr Name und dann noch der Zusatz, dass es sich bei der Absenderin um eine „SEO und Social Media Analyst“ handelt. Naja, und da drunter ein paar angehängte Dateien. Die mache ich aber erst auf, wenn ich weiß, wer mir da geschrieben hat, ich bin ja nicht ganz blöd, man hört ja so einiges. Aber so eine Social Media Analystin, solch ein digitales Schwergewicht hat sicher eine ordentliche Präsenz im Netz, denke ich mit kriminalistischem Instinkt und sehe bei Google sofort, dass die tatsächlich alle Profile hat, die man so braucht, von Facebook bis LinkedIn. Stelle aber dann fest, dass alle Profile leer sind. Na, das ist ja mal ein Schlitzohr, potztausend!

Enttäuscht verwerfe ich sofort den Gedanken, ich könnte mit dem Flötenfrosch endlich den Durchbruch im Netz schaffen und Tausende Follower kriegen, Werbeverträge und Kohle machen, berühmt werden und vom Bloggen leben, auf der nächsten re:publica Vorträge halten und von Medienleuten zu Interviews eingeladen werden, Sponsoren für unsere Canyoning-Touren finden und meine Reisen in Zukunft bezahlt kriegen – immerhin handelt es sich ja beim dem interessierten Kunden um einen „Online-Vermieter privater Ferienapartments“.

Ich habe kurz den Impuls, der Dame begeistert und hocherfreut zu antworten und ihr meine Kooperationsbereitschaft anzubieten, damit sie ihrem Kunden weitergeben kann, wo ich beabsichtige, seine Apartments zu besuchen und darüber – für umme – einen „Blogbeitrag“ zu verfassen: Madeira, La Réunion, Costa Rica, Neuseeland, Island, Thailand, Korsika.

Ich lasse es und verschiebe das Ding in den Papierkorb. Zu den Zahlungsaufforderungen verschiedener Anwaltskanzleien und den wichtigen Nachrichten meiner Hausbank.

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