Karneval mit fröhlichen Studenten

Der Frosch im Winterschlaf – so scheint es, hier passiert nicht viel – so sieht’s aus. Hmja, stimmt. Wobei. Eigentlich ist gerade so viel los, dass der Frosch nicht weiß über was er schreiben soll.

Ok, dann Karneval. Böse Wörter? Man braucht nur vor unsere Haustür zu gucken, mehr böse Wörter braucht es nicht. Da stellen sie an jeder Ecke der Zülpicher Straße Pisswände hin. Und es rennt auch viel Sicherheitsvolk hier rum. Aber während die hilflos da rumstehen und gucken, ob alle schön brav das Glasverbot einhalten, pinkelt neben denen einer in einen Hauseingang.

Ach stell dich doch nicht so an, das sind doch alles Studenten hier, die feiern doch nur fröhlich, heißt es von außerhalb. Ja, genau, diese fröhlichen jungen Menschen haben schon morgens um 9 so die Lampen an, dass sie ungebremst in fremde Treppenhäuser und Hinterhöfe pinkeln, dass sie GENAU vor Haustüren kotzen und manche Anwohner erzählten auch, dass diese fröhlichen jungen Menschen auch – lecker – Haufen in die Hauseingänge machen. Fein, das also ist unsere zukünftige Bildungselite.

Ich weiß ja, wo wir hingezogen sind. Der Dreck, der hier an Partywochenenden ist, ist quasi mit gemietet. Mich erstaunt nur immer wieder aufs neue diese dumpfe Hemmungslosigkeit und diese völlige Abwesenheit von dem Bewusstsein, dass hier auch Menschen leben.

Donnerstag haben wir hier ein Karnevalsfrühstück gemacht. Das war ganz lustig, es kamen immer mehr Leute und irgendwann sprangen hier 12, 15 Menschen rum. Auch fröhlich. Und laut. Und angeheitert. Im Haupthaus war die übliche Party, die beiden Mädelz, die dort wohnen und im wahren Leben auch Studentinnen sind, haben immer sehr viele andere Studenten zu Besuch. Und die müssen alle mal aufs Klo. Manche schaffen es nicht zu warten und kommen dann in unseren Hinterhof. Die Tür kann man nämlich nicht abschließen. Leider erwische ich sie immer erst, wenns dann schon passiert ist. Oder sprecht mal jemanden an, der gerade am pinkeln ist. Der hört doch nicht sofort auf, wenn man sagt, EEEY, GEHTS NOCH????? Ich hab auch schonmal gefragt, ob ich vielleicht noch Klopapier bringen soll. Der ironische Ansatz dieser Bemerkung ist dem jungen Studenten allerdings entgangen.

Letztes Jahr habe ich auch zwei verzweifelte Mädchen bei uns aufs Klo gelassen. Die sind zusammen rein und kamen aber 10 Minuten lang nicht wieder raus. Spannend.

Ich freu mich jedes Jahr auf Karneval, ich mag das, und feier selber sehr gerne. Nicht hier im Studentenviertel, hier ist es so wenig kölsch wie in der Düsseldorfer Altstadt. Hier ist dumpfer Partyalarm mit Komasaufen. Ich geh lieber in meine Karnevalskneipe, in der ich dann auch auflege. Auch da ist Alarm und auch da wird gesoffen. Und wie. Aber es ist irgendwie – bewusster? Kölscher? Mehr Karneval? Ich weiß nicht, was es ist. Schön wäre, wenn sich das Kwartier Latäng da mal drauf einlassen könnte. Denn die schnelle Mark kann man auch mit „echtem“ Karneval machen. Ohne Eintrittspreise und blöde Ballermann-Mucke.

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