Geissböcke und ein Sammlerstück: Lieblingstassen

Wenn die Hirnrinde zur Blogparade über Lieblingstassen aufruft, bin ich doch gerne dabei, habe ich doch gerade zu Weihnachten eine supergeile FC-Tasse bekommen. Was auf meinem Schreibtisch zu einem regelrechten Tassenkampf führt…

Was für ein hübsches Thema. Lieblingstassen verfolgen einen doch das ganze Leben lang. Als Kleinkind hatte ich einen Becher mit zwei Henkeln, der unten gewölbt war, so dass er nicht umkippen konnte. Für meine Kinder hatte ich dann auch so ein Ding gefunden, aus hellblauem Plastik, das wurde quasi durchgereicht. Mein jüngster Sohn, jetzt fast 14, hat mir verboten, das Teil wegzuwerfen. Obwohl keiner mehr draus trinkt. Ausstellen möchte ich es allerdings auch nicht, so schön ist nun nicht. Da hab ich andere Tassen.

Nicht die, die ich früher, als etwas größeres Kind, im Vitrinenschrank meiner Großtante bewundern durfte – die Sammeltassen mit barocken Blumenmustern und goldenen Henkeln. Sie sind im Keller in der Flohmarktkiste. Verkauft sind sie nicht, da ich am Wochenende, wenn Flohmarkt ist, in der Regel erst dann ins Bett gehe, wenn man flohmarkttechnisch aufstehen müsste. (Das letzte Mal, als ich samstags auf einem Flohmarkt verkauft habe, habe ich durchgemacht.)

Foto (2)Dann – eines Tages – bekam ich dieses schöne Stück geschenkt. Damals war ich wirklich absolut überzeugter und bekennender Big Brother-Fan. Es lief die erste Staffel mit Zlatko und Jürgen. Ich klebte am Fernseher und amüsierte mich köstlich. Der einzige TV-Trash, zu dem ich noch heute stehe. Nach zwei Staffeln gab ich allerdings auf, denn dann wurde es doof. Wie gut, dass es das Dschungelcamp gibt Zufälligerweise beginnt es heute. Und Silke so: YEAH!

Im Laufe der Zeit sammelten sich immer wieder irgendwelche Tassen an, große und kleine, schöne und hässliche, mit Tim und Struppi, mit Homer Simpson, mit Diddel- oder Mickymäusen. Oder eine Tasse, die ihre Farbe änderte, wenn man Kaffee eingoss. Manche Tassen verschwanden auch wieder – es gab Trennungen, Umzüge, Bruchschäden – Dinge, die einen Tassenbestand auf quasi natürliche Weise zusammenschrumpfen lassen.

Irgendwann meldete ich mich mal bei Qype an. Großes Kino, die waren offenbar so froh, dass sie Leute hatten, die für sie schrieben, dass sie andauernd Geschenke rausgehauen haben. Dazu zählt diese Tasse aus dem Jahr 2007, die man jetzt getrost als Sammlerstück bezeichnen kann. Denn Qype gibt’s ja nicht mehr. Foto (4)Es heißt jetzt anders, ich habe keine Lust mehr, da zu schreiben. Ich danke Qype übrigens auch noch für den iPod-Shuffle, den ich für meinen 50. Beitrag bekommen habe. Der hat die Tasse natürlich getoppt. Aber aus der Tasse trinke ich auch heute noch meinen Büro-Kaffee. Weil da steht nämlich noch „Writer’s Mug“ drauf.

Ganze gerne hab ich auch die Retro-Tassen, die es mal im Xenos in Holland für 1 Euro 50 gab. Davon hab ich jedes Modell gekauft, in allen Farben. Mein Lieblingsstück aus der Serie hat jetzt einen Sprung an der Trinkkante. Andere Tassen würde ich wegschmeißen, diese nicht.

Dann kam der andere Frosch eines Tages aus Barcelona zurück und hatte die beiden Gaudi-Tassen im Gepäck. Die schmücken nun regelmäßig den sonntäglichen Frühstückstisch.

Foto (1)Und schließlich kam Weihnachten. Meine Nachbarin weiß, dass ich FC-Fan bin. Sie schenkt mir regelmäßig und mit sichtlichem Vergnügen Devotionalien meines Lieblingsvereins. So habe ich schon die Geschichte des FC in Buchform bekommen und zwei Frühstücksbrettchen, die ich zu Schals, Trikots und der FC-Eieruhr dazutun kann. Glanzstück dieser Sammlung ist tatsächlich diese Tasse.

Frage: Wo setze ich sie ein? Zu Hause bringt sie nicht viel. Denn da sieht sie nur der andere Frosch und der mag den FC auch. Ich muss die Tasse also mit in die Welt nehmen. Dorthin, wo mir Bayern- und Schalkefans begegnen. Also solche, die noch gütlich über uns schmunzeln, da wir zwar gut spielen, aber immer noch – tststs – in der zweiten Liga hängen. Nun, solche Blicke und Bemerkungen der Arbeitskollegen können mich nicht großartig verunsichern. Ich habe ein anderes Problem. Und das wird gerade, in genau diesem Moment, auf meinem Schreibtisch ausgetragen.

Foto (5)

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2 Gedanken zu „Geissböcke und ein Sammlerstück: Lieblingstassen

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