#effzeh und meine Liebe zu Köln

Hiermit möchte ich meiner Stadt endlich mal einen schönen Text widmen. Weil ich mich mit dieser Stadt, so hässlich sie auch sein mag, identifiziere, ja. Auch mit ihrem Fußballverein. Dies ist ein Beitrag für KÖLNER, denn ich will hier nichts erklären müssen.

Der Barbarossaplatz ist solch ein Debakel, dass man auch mit den schönsten Instagram-Filtern nicht wirklich ein gutes Foto davon machen kann. Der Ebertplatz. Oh Gott. Der neue Breslauer Platz. Geht gar nicht. Vingst, Buchheim, Kalk…..

Ich wohne jetzt in einer Straße, in der ich ständig Hüppekästchen machen muss, weil hier immer Leute dicke Kotzbreie auf den Bürgersteig legen und in die Haustür pissen. Andere finden es auch lustig, mir gegen das Auto zu pinkeln oder Beulen reinzudrücken oder Nummernschilder abzureißen.

Als ich mal in einer der schönsten Straßen dieser Stadt wohnte, hat man mir den Sattel vom Fahrrad geklaut und dem anderen Frosch direkt das ganze Rad. Ey Klettenberg, du siehst auch nur hübsch aus, aber Dreck gibt’s auch bei dir!!

Und trotzdem mag ich mein Köln. Ich singe die Lieder, ich kenne und liebe diese komische Stadt mit den wunderschönen kleinen tollen Flecken, dem Kalscheurer Weiher, den Poller Wiesen, den Hausbooten in Rodenkirchen, dem Tanzbrunnen, dem Rheinufer, egal auf welcher Seite, den Brücken, dem Richterfenster im Dom, dem Frühling am Rathenauplatz, den vielen vielen schönen Kneipen, und ich mag auch diesen Fußball spielenden Karnevalsverein da.

Wobei. Ein Karnevalsverein ist der FC längst nicht mehr. Als Fußball-Halblaie habe ich so das Gefühl, dass sich der Verein richtig gut gemacht hat. Und, ja, was haben wir rumgeheult als Stani ging, aber jetzt ist dieser Trainer aus Österreich am Start, und er ist wahrlich nicht der erste Österreicher, der unserem Verein gut getan hat. Ja, ich bin auch Vereinsmitglied und habe einen Schal, auf dem mein Name steht. Manchmal gehen wir ins Stadion, in die Südkurve, klar. Meistens gucken wir die Spiele in unserer Fußballkneipe.

Mein erstes FC-Spiel habe ich 1977 gesehen, gegen den HSV, zur Halbzeit 3:0 Führung, dann holten die Hamburger zum Unentschieden auf. Ich habe Wolfgang Overaths Abschiedsspiel gesehen, im Müngersdorfer Stadion, wie es damals hieß, gegen seine Weltmeisterschaftskollegen, also die komplette Nationalmannschaft von 1974 mit Sepp Maier im Tor und Berti Vogts und Franz Beckenbauer usw. Ich war beim Training vor dem FC-Heim und war verknallt in Herbert Neumann mit seiner blonden Mähne.

Heute haben wir gegen den HSV im Pokal-Achtelfinale verloren. Ja, war doof, unverdient, zuviel Alu, Chancen vertan und schauspielernde Fischköppe. Na und? Das Geile ist ja, dass wir auch nach einer Niederlage singen können. Ejaaaal wat och passeeert…. in Holland waren wir mal inner Strandbude und haben ein bis vier Biere getrunken. Nebenan saß eine Kölner Truppe, die auch ein bis vier Biere getrunken hat. Wir sangen später alle zusammen In unserm Veedel. Und fast die ganze Strandbude sang mit. Da waren sehr viele Leute.

Ich habe auch schonmal am Strand von Mauritius mit meiner Freundin zusammen kölsche Lieder gesungen. Klar gucken andere komisch. Aber nie mit totalem Unverständnis. Eher mit einer Spur…. ist es Neid…?

Im Schwarzwald bei einer Hochzeit lagen sich wildfremde Menschen kölsche Lieder singend in den Armen. In Münchener Bierzelten singt man Viva Colonia. An der französischen Ardèche habe ich auf einer kölsch-französischen Hochzeit aufgelegt. Da haben auch die Franzosen mitgeschunkelt. Und sind auf die FC-Hymne abgegangen.

Die FC-Hymne. Ist sie nicht das größte Fußball-Lied, das je geschrieben wurde?? Scheiß auf die Pokal-Niederlage. Es ist so schön, wenn man in einer Stadt wohnt, in der es nur noch ein WIR gibt, sobald kölsche Lieder erklingen – und sobald der Verein Fußball spielt. Egal ob er auf- oder absteigt.

Verkläre ich hier etwas? Ist mir egal, ich wohne halt hier und rede mir das verlorene Spiel schön. Muss ja auch mal sein. Kölner verstehen das.

Foto oben: *Quelle: eigene Aufnahme *Fotograf: AlterVista *Datum der Aufnahme: Juli 2004 *from de.wikipedia

Advertisements

Ein Gedanke zu „#effzeh und meine Liebe zu Köln

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s