Zwei Kilo Bronze

Nach der re:publica 13 habe ich bei einer Ausschreibung eines Online-Preises das Storify-Blog eingereicht, das mein hinreißender Kollege Jan und ich zusammen gemacht haben. 

Und dann kam der Sommer mit seinen vielen Wochen voller Berge, Bäche und anderen Naturwundern, so dass ich diese kleine Sache ganz vergessen hatte. Und dann meldete sich Anfang November eine Frau am Telefon, von der ich dachte, sie wolle mir eine Versicherung verkaufen. Aber nein, ich sei für einen Preis nominiert. Ich so oh. Weil ich nicht wusste, was sie meinte. Diese Blöße wollte ich mir allerdings nicht geben, so hab ich versucht, es mir nicht anmerken zu lassen, dass ich wirklich absolut nicht wusste, wovon sie sprach. Irgendwann habe ich es dann doch geschnallt und freute mich sehr sehr sehr. Und schrieb Jan eine SMS. Der kam später ins Büro geschossen und gab mir ein High Five und freute sich auch sehr sehr sehr.

Und gestern Abend wurde der Preis in Berlin dann feierlich überreicht. In einer sehr feinen Location. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich selten in meinem Leben so unglaublich gut gegessen habe. Die haben uns aber auch einen schönen Abend bereitet, die Leute von der ERGOdirekt-Versicherung, die den Preis ausgelobt hat. Alles vom Feinsten.

Designhotel. Abgefahrenes Ding mit sehr merkwürdigen Möbeln, alles irgendwie für Riesen gemacht. Echt. Die Bar war voll mit so Ohrensesseln, auf die man HOCHKLETTERN musste. Also ich schon. Da war die Sitzfläche auf meiner Schulterhöhe. Naja, fast.

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Silke im Wunderland

Dafür waren aber die Aperol Spritze lecker. Und oben aufm Zimmer gab es keine Fernseher. Stattdessen iMacs. 27″. Freies W-Lan. Stylishe Dusche, stylishes Bett, alles großes Kino. Aber das war ja erst der Anfang.

Zum Essen gings dann in eine weitere hübsche Location. Man wurde mit Sektchen empfangen, alles in feinem Zwirn. Mit einer Stunde Verspätung begann dann auch die Zeremonie, die sie hübsch zwischen die einzelnen Essgänge gepackt haben. Tja, und ich so: jetzt musst du mal aufhören mit dem Wein, sonst kannst du gleich nicht mehr reden, wenn du auf die Bühne musst.

Als wir dann den Dritten bekamen, war ich soooo glücklich, dass ich gar nicht den Text, den ich mir vorher zurecht gelegt hatte, abgeliefert habe. Ich hab stattdessen Jan gegrüßt, der nicht dabei sein konnte und habe mich da auf der Bühne rumgefreut. Und fragte mich selbst insgeheim, WARUM ich mich so sehr gefreut habe, schließlich war es ja nicht der zweite und erst recht nicht der erste Platz.

Ich weiß aber, was mich so entzückt hat an der Sache: Da haben sich ein paar nicht so ganz unwichtige Medienleute, also die Jury, die Köpfe heiß diskutiert, ob sie unser lustiges kleines Storify auszeichnen sollen. Da haben sich welche ernsthaft mit unserer Arbeit auseinandergesetzt. Etwas, das in meinem Arbeitsalltag äh eher nicht so an der Tagesordnung ist. Allgemein war das Interesse in dem Haus, das mich für meine Arbeit bezahlt, an diesem komischen Storify-Ding da nicht so ganz groß und überhaupt, warum haben wir denn da mit unseren privaten Accounts getwittert. Nunja, es wird ja alles anders jetzt dort.

Jedenfalls konnte ich, nachdem ich die Bronzeskulptur aus den Händen des Textchefs von Bild.de entgegen genommen habe, beruhigt etwas mehr von dem tollen Wein trinken, den sie da hatten, und das Essen schmeckte ja sowieso, ich hätte da mal so eine von den Menükarten mitnehmen sollen. Da schmeckte mir sogar die Rote Beete auf dem Salat, echt.

Keine Frage natürlich, dass ich mit zu denen gehörte, die aus dem Laden rausgekehrt werden mussten, und dass ich in der Hotelbar dann ganz am Ende noch mit einer Dame von Ergo ein Schlafbierchen trinken musste. Jetzt weiß ich auch wieder über was wir gesprochen haben: Über Ostdeutsche und Westdeutsche, und ich schwadronierte über DDR-Undergroundbands…

Fazit: Nette Menschen kennengelernt, ein bisschen in B-Mitte rumgelaufen, einen schönen Abend gehabt, Kontakte geknüpft, einen Preis gewonnen, zwei Kilo (nicht nur Bronze!) zugenommen, Werbung für meinen Arbeitgeber gemacht. Und ein paar sehr warme Worte für meinen Arbeitgeber habe ich auch in der Tasche – mal sehen, wie ich das am geschicktesten platziere, und wer erfahren MUSS, was da gestern zu uns und Jans und meiner Arbeit gesagt wurde.

Bester Spruch und damit auch gefeiertes Motto: Lasst uns einfach machen!

Haben wir getan. Und Jan und Silke so YEAH!

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