November Rain und beste Laune

Gestern war ich mit einem Junggesellinnenabschied unterwegs. DER Schocker ohnehin, sagt man ja. Besoffenes Gekreische mit Schnaps verkaufen und in albernen Kostümchen marodierend durch die Stadt ziehen. 

Alle sind genervt, wenn solche Gruppen, egal welchen Geschlechts, ein Lokal heimsuchen. Um solches zu vermeiden, haben wir Frauen uns gedacht, gehen wir es mal etwas gepflegter an. Ein feines Bruchbüffet im frisch hergerichteten Loft bei Kerzenlicht und dezentem Elektro-Jazz und kubanischer Rumba. Ein paar Sektchen. Und dann in die Stadt, zum ersten Programmpunkt: Ein Freund hat uns eine Special-Stadtführung gegeben, mit Biergeschichten, Funfacts aus der Kölner Stadthistorie und einem Rundumblick auf das abendliche Köln.

Dann ging es zum Essen in ein kölsches Traditionsbrauhaus, in dem es unfassbar große Koteletts und Kasseler und tolles Roastbeef gibt und sehr sehr leckeres Bier. Während wir uns durch die Fleischberge kämpften, erfuhren wir, dass die Männer, die natürlich auch unterwegs waren, in einem veganischen Restaurant zu Abend gegessen hatten. Ggmmppfffhhhihi.

Satt wie wir waren, verzichteten wir auf den Kabänes und sind auf einen gepflegten Scotch ins Metronom rüber gegangen. Nachdem man uns im Brauhaus schon eine für einen Junggesellinnenabschied sehr untypischen angenehmen Umgang attestiert hatte, musste auch Mike zugeben, dass wir noch sehr erträglich waren. Ich darf zu unserem Zustand allerdings bemerken, dass wir schon weiiit fortgeschritten waren. Aber wer Erfahrung hat, der weiß sich auch mit mehr als einem Promille noch zu benehmen, das darf ich jetzt hier mal unbescheiden anmerken.

Unsere Contenance verloren wir allmählich erst in der Karaokebar. Na gut, wer hat da schon Contenance? Und schließlich waren wir ja auch zum Feiern unterwegs. Was wir dann auch gemacht haben. Die Braut wurde für ihre eindrucksvolle Interpretation von November Rain von Guns N‘ Roses vom ganzen Laden gefeiert und wir bekamen Jägermeister und kränzeweise Kölsch. Stilvoll.

Die Sache verlor sich später während einer Balkanparty, auf der wir wieder mit den Männern zusammentrafen. Nun, nicht allen. Einigen hat wohl das veganische Essen zu schwer im Magen gelegen, sie waren schon gegangen.

Die Tage nach solchen Abenden/Nächten sind meistens von einer gewissen körperlichen Schlappheit geprägt. Das sind Tage, an denen man entweder an die frische Luft muss, oder Zeit für so manches Projekt hat, zB 10 Folgen Breaking Bad gucken oder ein Blogpost schreiben oder digitale Fotos ordnen.

Oder sich das neue Asterixheft kaufen, dazu eine Tüte Chips, eine Packung Toffifee und eine Flasche Mezzomix. Und ein weißes Raider. Auch wenn solche Sonntage sicherlich nicht so erhebend sind wie Wanderungen in der Natur, tun sie manchmal einfach genau so gut.

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2 Gedanken zu „November Rain und beste Laune

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