Es kann nicht immer alles schlecht sein

Habe ich schon erwähnt, dass ich öfter mal von Bonn nach Köln fahre nach dem Job? Also mit dem Fahrrad? Nun, Flötenfroschfreunde, ich tu es immer noch. Dafür nehme ich ja auch das morgendliche Ungemach in der Regionalbahn in Kauf. 

Ich genieße die letzten Sommertage auf meinem Geburtstagsgeschenk und heute habe ich einfach mal ganz oft angehalten um meine Lieblingsstellen auf der Tour in Daten und bunte Pixel zu pressen.

Aufbruch in Bonn

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Im Hintergrund das Siebengebirge – die beiden Türme sind der Posttower, der uns mittags im Schürmannbau die Sonne nimmt und das UN-Gebäude, Älteren auch als der „Lange Eugen“ bekannt.

Schnell weg! Ab nach Köln, und den schönen blauen Strom zur Rechten genießen.

Schiffsverkehr

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Hinterm Bonner Römerbad muss man mal kurz das Ufer verlassen, fährt Richtung Solarworld, weiter nach Graurheindorf. Dort wieder ans Wasser. Mit einem nur wenig neidischen Blick auf die Häuser, die zwar einen unverbaubaren Blick auf den Rhein haben, allerdings ab dem frühen Nachmittag auch keine Sonne mehr auf dem Balkon.

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Ganz putzig ist ja dieses Häuschen mit dem verspielten Garten und dem lauschigen Pavillon. Leider kam ich mit meinem Fotografiergerät nicht hoch genug um dieses Kleinod richtig in Szene setzen zu können.

Like this nice Garden

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Kurz danach folgt mein Lieblingsstück, mein absoluter Favourite. Die Herseler Werth. Eine schmale, langgezogene Insel in Ufernähe, durch die ein ruhiger Seitenarm entstanden ist. Mehr Idylle geht kaum noch. Los geht’s mit einem Teil, mit dem man Boote zu Wasser lassen kann. Wer weiß, wie das heißt, darf es gerne hier im Kommentar posten.

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Und dann links oben, vom Hochwasser kaum berührt, einige feine Häuser…

Immer ein hübscher Blick auf die Yacht im Hersel

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…alt und neu, Klassik neben Design- und Architekturkunst, allerdings bei diesen Lichtverhältnissen nicht gut von dieser Position aus zu knipsen. Da muss ich mal mit der SLR und entsprechenden Objektiven ran. Auf jeden Fall wohnt dort reiches Volk, die einen hübschen Blick auf den Rheinarm haben und auf ihre Yachten, die sie dort geparkt haben. Ganz hinreißend finde ich auch, dass die Leute „ihr“ Uferstück individuell gestaltet haben. Die einen lassen wuchern. Andere haben englischen Rasen gepflanzt.

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Hätte ich ein solches Stück, würde ich einen Irrgarten anlegen oder sowas, alles zur Erquickung des vorbeiradelnden Volkes. Am Ende dieser hübschen Sequenz dann nochmal ein Blick zurück.

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Meine nächste liebste Stelle lässt nicht lange auf sich warten. Widdig. Ein kleines Stück fährt man am erhöhten Uferweg entlang, bekommt auch Sonne ab. Riesenlange Gärten hinter den Häusern, manche pflanzen Obst an, andere lassen Wiese Wiese sein. Was stört, sind die Strommasten. Auf dem Foto aber sind sie ein graphisches Element, das das Bild irgendwie spannender macht. Demnächst vielleicht mal zwanzig Minuten später, dann laufen die Drähte und der Schatten des weißen Zauns unten parallel.

irgendwo zwischen #bonn und #köln #rhein #fahrrad

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Und schließlich ein Indiz dafür, dass Reichtum doch nicht alles kann. Da steht ein Rohbau. Seit Jahren. Da passiert gar nichts. Manchmal fahren da Autos vor. Aber der Bau selbst ist leblos. Daher habe ich den Hässlichmachfilter von Instagram benutzt. Toaster.

Für eine bauruine ein fieser Filter….

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Ich wüsste übrigens schon, wie ich dem Haus Leben einhauchen könnte. Man müsste es mir nur für kleines Geld verkaufen. Ich würde entweder mit meinem Teammitglied dort einziehen oder ein Café aufmachen. Denn das fehlt irgendwie, so ein Café oder ein lauschiges Biergärtchen direkt am Weg. Weiter oben gibt es hin und wieder etwas, aber eben nicht direkt am Weg.

Denn bevor es nun in die Industriezone geht, könnte man sich ja einen kleinen Zwischensnack gönnen oder gar ein erstes Weizen. Denn kurz hinter Urfeld beginnt die Raffinerie. Passend dazu der Rheinkilometer.

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Ja, da muss man halt durch. Es ist eigentlich recht langweilig. In Wesseling haben sie eine hübsche Rheinpromenade gebaut, auch hier fehlt aber so was Heimeliges, Biergartenartiges zum Einkehren. Man muss jetzt sowieso vom Ufer weg. Duch Wesseling, und dann mitten durch die Rohre, Schlote, Kessel und Silos.

Und komischerweise ist es mir gelungen, dem hässlichen Szenario ein nicht hässliches Foto abzutrotzen.

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An der Bahnhaltestelle Godorf kann man sich aussuchen, ob man zurück zum Rhein fährt und den großen Weißer Bogen mitnimmt. Eine schöne, aber recht ruckelige Angelegenheit, da der Weg durch den Wald geht und die Wurzeln mit dem Asphalt schon einiges angestellt haben. Dann Sürth/Weiß, hier ist die Rheinpromendade hübsch gemacht, breit und hell. Die Anlegestelle des Krokodils folgt dann, wo man mit der kleinen Fähre rüber in der Zündorfer Groov juckeln kann. Und dann macht der Rhein eine fette Linkskurve. Das kriegt man erst mal so nicht mit, weil man wieder durch den Wald fährt. Doch dann, am Rodenkirchener Campingplatz kommt die Sonne, die man in Weiß noch im Rücken hatte, von vorne.

Begegnung (Interlude)

RODENKIRCHEN! Endlich die Biergärten zur Linken, und zur Rechten eine Handvoll Hausboote mit Gastro. Dienstag traf ich mich mit dem anderen Frosch auf einem dieser Boote zum Weizen. Ja, und zu noch einem. Und dann noch zu einem Salat mit Bratkartoffeln. Und dann… zu noch einem Weizen. Und dann zu einer Weinschorle. Und noch einer. Wie es dazu kommen konnte? Es lag an zwei Menschen, die sich dazu gesetzt hatten, gemeinsam mit uns die warme Sonne genossen, den Aschenbecher gefüllt, lärmende Kinder überstanden, ein Getränk nach dem nächsten bestellt und schließlich auch kein Ende gefunden haben. Wir kamen ins Gespräch, weil das andere Teammitgleid unser Team-T-shirt anhatte. Was denn bitte ein Flötenfrosch sei.

Es wurde einer dieser Abende, die ganz weit weg vom „Alltag“ sind, die zufällig entstehen, die wertvoll sind und vielleicht auch neuen Input geben. Barbara und Mario. Wir würden uns im normalen Leben niemals begegnen. Dazu muss man eben einfach mal auf einem Rodenkirchener Kneipenschiff landen. Mario bloggt auch und sammelt andere interessante Kölner Blogs. Ich habe ihn direkt an die Ironblogger verwiesen…:-) Bin auch ganz stolz, dass er den Flötenfrosch in seine Blogroll mit aufgenommen hat.

An dieser Stelle sei auch eines seiner Blogs erwähnt: Auf „easycologne“ beschreibt Mario mit persönlichen Texten und jeder Menge sehr künstlerischer Fotos Köln aus seiner ganz eigenen Sicht. Seine Bilder sind zu kaufen; ich habe schon zwei Lieblingsstücke entdeckt.

Die Alternativstrecke

Man kann sich, wie gesagt, in Godorf auch dazu entscheiden, die Landstraße weiter zu fahren. Dann erspart man sich ein paar Kilometer. Es geht relativ unspannend Richtung Sürth, dann weiter Richtung Rodenkirchen. Ab da kann es wieder schön werden, denn dort kann man dann in den Forstbotanischen Garten einschwenken und kriegt nochmal ein schönes Stück Natur.

Forstbotanischer Garten

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Schließlich fahr ich dann parallel zum Militärring durch den Grüngürtel – bis zum schönsten Platz von Köln, dem Kalscheurer Weiher. Hier gibt es Wasser, Boote, einen kleinen Kiosk, Biertische, Liegestühle – und den allertollsten Sonnenuntergang, den ich in Köln kenne.

Das Weizen zum Schluss der Tour schmeckt super – auch aus den Plastikbechern, die aus konzessionstechnischen Gründen hier verabreicht werden.

Kalscheurer Weiher. Feierabend und wieder 30km mehr auf dem Zähler

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Die Fotos sind in der vergangenen Woche entstanden, der wahrscheinlich letzten warmen Sommerwoche 2013. Jetzt ist Sonntag und alles ist trüb und kühl. Ich weiß nicht, ob es nächste Woche wieder einen Fahrrad-Tag geben wird. Aber vorgenommen habe ich mir, es so oft wie möglich zu tun.

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Ein Gedanke zu „Es kann nicht immer alles schlecht sein

  1. Na Du Fröschin, da stromer ich hier heute so rum und entdecke ganz zufällig diesen wunderschönen Post. Nicht wegen Barbara und mir, sondern einfach wegen der tollen Texte und hypergeilen Bilder!

    Na ja und dann doch die Erwähnung – bringt fast Pippi in die Augen, aber auch Wehmut, weil der Sommer eindeutig rum ist. Schlägt mir aufs Gemüt – da bringt natürlich so ein Beitrag Laune ins Haus…. Beste Grüße an den Froschmann und nicht vergessen, Kontakt halten!!!
    Mario

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