Canyoning im Tessin

Endlich war das Team Flötenfrosch wieder unterwegs in seinem natürlichen Lebensraum. Der Tessin ist wirklich ein El Dorado für Canyonisten, überall kommt hier das Wasser aus den Wänden, ein Canyon neben dem anderen, einer schöner als der andere. Ein Video.

Wenn man sein Basecamp nördlich von Bellinzona errichtet, hat man keine langen Anwege mit dem Auto. Man parkt meistens am Fuß des Canyons. Dann aber muss man sich den Spaß erst einmal erlaufen. Das können je nach Sonnenstand schonmal anstrengende Wege sein. Schließlich trägt man ja sein ganzes Material hoch: Seile, Neopren, Gurt mit dem ganzen Gerödel wie Karabiner, Abseilgeräte und anderes Zeug, sowie ausreichend Trinkwasser. Meistens aber ist man nach einer guten halben Stunde am Einstieg angekommen. Und dann beginnt das, was ihr jetzt hier in dem Film sehen könnt.

La Suisse Canyoning Tour 2013 from team flötenfrosch on Vimeo.

Das Beste nach einer Canyoning-Tour ist erst einmal die Freude, alles geschafft zu haben. Dass nichts passiert ist. Und dass irgendwo ein kühles, manchmal auch ein warmes Bier wartet. Kaum ein Bier schmeckt so gut wie das erste nach einer Tour.

Was eher nicht so ganz doll angenehm ist, ist das Ausziehen der Neopren-Sachen. Bis man sich da rausgeschält hat. Und dann die Socken. Man sollte doch meinen, man war doch die ganze Zeit mit den Füßen im Wasser. Wie kommt es dann, dass die Neoprensocken immer stinken wie tote Katzen? Irgendwie aber gehört das auch dazu. Auch dass das komplette Basecamp, also der Zeltplatz, nach den Ausdünstungen der Gumminanzüge riecht und dies sicherlich den Nachbarn nicht verborgen bleibt.

Das Wetter ist gerade im Tessin nicht zu unterschätzen. Wir haben es selbst sehr eindrucksvoll gesehen, was mit den Canyons dort passieren kann, wenn ein Gewitter Regenwasser über ihnen abwirft. Der Riale di Censo, unser Hauscanyon, ist ein wundervoller, sonniger Bach mit wundervollen Abseilern und teils auch engen Passagen. Wir haben schon oft unten am Ausstieg auf den Felsen gesessen und gechillt. Zweimal haben wir gesehen, was ein Gewitter mit diesem friedlichen Gebirgsbächlein anstellen kann. Innerhalb von kurzer Zeit ist das Ding dermaßen angeschwollen, dass alles überspült war, wo wir Tags zuvor noch gesessen hatten. Wer bei solchen Bedingungen in einem Canyon steckt, der hat keine Chance. Wir haben vom Campingplatz aus sehen können, wie die Wassermassen über eine Felskante schossen – bei normalen Verhältnissen ist dort ein Abseilpunkt, an dem das Wasser fröhlich ins Tal hinunter plätschert. Den kann man zu Beginn des letzten Kapitels im Film auch sehen: Riale di Censo. Das Teammitglied hängt dort gerade im Haken.

Daher ist es immer megawichtig, dass man das Wetter checkt. Es gehört dazu wie das Springen, Rutschen, Abseilen, der Spaß, die Seiltechnik, diffizile Stellen meistern, Angst überwinden, anstrengende Anwege, stinkende Neoprens und das Bier am Ende.

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4 Gedanken zu „Canyoning im Tessin

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