Die Flötenfröschin auf Shopping-Tour

Eigentlich sollten es ein paar kleine Besorgungen werden. Doch irgendwie wurde innerhalb kurzer Zeit ein Lustshopping-Trip daraus, mit der Erkenntnis, dass Shoppen am schönsten ist, wenn man es eigentlich gar nicht geplant hat. Hier ein kleiner Text für Frauen und deren Versteher.

Bin mit meinem großen Kind in die City, um ein paar wichtige Dinge zu kaufen, neue Halterungen für die GoPro, eine Knopfbatterie und eine Uhr wollte ich wegbringen. Dachte kurz an einen Besuch beim Globetrotter, doch in der Richtung bin ich eigentlich gut ausgestattet.

Ein erster schöner Moment war, dass ich in den Desigual-Shop reingegangen bin, weil mich ein Kleid am Eingang so laut angeschrien hat. Drinne dann in der musikgeschwängerten Dämmerung verlor ich schnell die Lust. So geht es mir oft bei denen. Selten finde ich dort etwas, das wirklich schön ist, und alle diese schönen Sachen haben dann doch immer irgendeinen Makel. Und sind auch viel zu teuer.
Wr sind dann einfach ganz schnell wieder raus. Mit dem erhebenden Gefühl, dass Verzicht auch ganz schön befreiend sein kann.

Bei Douglas wollte ich meinem Kind ein kleines Geschenk machen. Und beschenkte mich gleich mit. Der Duft erinnerte mich an eine schöne Zeit im letzten Jahrtausend. Das hat mich in dem Moment ziemlich glücklich gemacht, also haben sämtliche Hormone die Einkaufsampel auf Grün gestellt und ich schlug zu.
Jetzt rieche ich so wie meine Tochter. Ob die das jetzt so toll findet, weiß ich nicht; sie hat sich aber eher grinsend zurückgezogen, was ich als positives Signal werte.

Wir kauften noch Ohrringe und die GoPro-Ausrüstung ist auch wieder komplett.

Das Allerfeinste aber war der Aufenthalt im Buffalo Shop.
Also man muss sagen, gestern Nachmittag war die Kölner City ganz gut besucht. Vereinzelte Sonnenstrahlen erinnerten daran, dass ja Ende Juni ist und ja, überall ist SALE.
Auch im Buffalo Shop. Dort, wo es die absurd hohen Schuhe gibt. Hoch und knallbunt. Ich suchte genau so ein abgefahrenes Paar. Und hatte dann zwei im Visier. Rot, Lack, hoch, aber nicht nuttig. und eins in knallorange, Tiptoes, ebenso hoch. Ich bin mit ihnen durch den Laden stolziert mit den Worten: „da kann man Marathon drin laufen,“ – was im Klartext bedeutet: eine Stunde schaffe ich mit denen.
Eine Verkäuferin beriet mich, das heißt, sie stachelte mich an. Die roten, das seien die geilsten. Andere Kundinnen beobachteten uns. Verkäuferinnen verschwanden im Lager und brachten kartonweise Schuhe zum anprobieren. Innerhalb von wenigen Minuten stelzten alle Kundinnen in den roten Schuhen durch den Laden. Mittlerweile machte ich mich an dem orangen Paar zu schaffen. Was mich dann nach objektiver Prüfung zu der Erkenntnis brachte, dass mir damit noch nicht einmal ein Halbmarathon gelingen würde. So zahlte ich die roten Schuhe und verließ den Laden, nicht ohne mich mit gebrochenem Herzen von dem orangen Paar zu verabschieden. „Tschüss ihr Süßen! Adieu….“

Am meisten erheitert mich an diesem Samstag nachmittag die Tatsache, dass ich neben all dem Outdoorextremsport- und Nerdkram immer noch so ein richtiges Weibchen sein kann. Und dass ich wieder Lust bekommen habe, mir ein paar Folgen Sex and the City anzugucken. Folgen, in denen ich gelernt habe, dass Schuhe nicht zum rumlaufen sondern zum schön aussehen geschaffen werden. Oder dass ein Handtaschenraub nicht so schwer wiegt wie der Verlust von Fesselriemchensandalen.

Und das Allergrößte überhaupt ist, dass ich sowas mit meiner Tochter machen kann, die sich fast die ganze Zeit darüber amüsiert, dass ihre Mutter beim Einkaufen zum Mädchen mutiert. Es fällt ja auch immer etwas für sie ab. Ein paar schwarze Highheels zum Beispiel.

Der Riesensalat mit Szene-Limo rundet den Tag ab. So kann man auch diesem Sommer ein bisschen Spaß abgewinnen.

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