Ein Sommer im Sommerloch

Huch, jetzt muss ich schon wieder Socken anziehen.

Auch zu Hause. Denn bei uns ist es so, dass der Raum, in dem wir einen großen Teil unseres Lebens verbringen, wenn wir nicht draußen sein können — also dass dieser Raum dazu neigt, sehr schnell die Außentemperatur anzunehmen. Das liegt unter anderem daran, dass wir in einer alten Werkstatt wohnen, mit einer großen Eisensprossenfensterwand. Andere nennen sowas Loft, wir nennen das Ding Zuhause. Der Industriecharme, der von den Eisenträgern und der Betontreppe ausgeht, gepaart mit knarzendem Holzboden und warmen Farben, ist uns das wert, dass uns vor allem dieses Jahr eine Heizungsrechnung ins Haus flattern wird, von der wir uns lange nicht erholen werden.

Und jetzt ist also endlich Sommer, nach diesem absurd kalten Frühling, nach diesem beschissenen Mai. Und was ist das jetzt hier? Socken- und Jackenwetter. Letzte Woche knallheiß, nach drei hellen Tagen Dunkelheit und Sintflut, dann wieder Herbst. Ich habe keine Lust mehr, mich gegen die Kälte zu Hause zu wehren, indem ich im Hochsommer mit dicken Socken und Strickjacke im Daunenschlafsack auf meinem Sofa hocke und alle zwei Minuten alle meine Wetter-Apps durchscanne, in der Hoffnung, dass vielleicht eine der Apps besseres Wetter verspricht.

Ich will Sommer oder ich gehe. Ja, ich wandere aus. Nach Südfrankreich zum Beispiel. Da ist die Sonne, wenn sie da zu sein hat. Da sind tolle Farben und irgendwie sehen die Menschen auch alle besser aus als hier. Als wir vor zwei Wochen dort unten waren, haben wir an einem Markttag nach Sommerkleidchen Ausschau gehalten, es gab auch viele weiße Sachen. Sogar das Weiß ist dort weißer als sonstwo. Echt. Neonweiß! Ich habe mir so ein supraweißes Hemdchen gekauft, packte es letzte Woche hier zu Hause aus und fand es gar nicht mehr so weiß.

Naja, und jetzt wieder dieser graue Himmel, die schlecht gelaunten Leute überall, in den Autos, im Stau, in der Stadt, naja, und sicher auch im Job. Aber wem kann man es schon verdenken?

Ist doch kein Wunder, wenn die Deutschen als andauernd motziges Volk bezeichnet werden. Man kann hier einfach nicht so fröhlich sein wie in den Ländern, wo die Sonne öfter scheint. Aber es gibt ja noch andere die noch härter sind im Nehmen. Die Isländer oder die Nordskandinavier. Die sind noch nicht mal mehr schlecht gelaunt, die sind völlig abgedreht. Man muss sich nur die Musik anhören, die von dort kommt. Und diese Krimis. Wenn ich schon höre, dass es in Norwegen Regionen gibt, in denen es auch im Sommer fast nur regnet. Wieso wohnen da Leute? Der Hammer!

Ich schweife ab. Wollte nur mal kurz über das Wetter kotzen. Geschehen. Punkt.

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