Der Verdon ruft. Immer wieder.

Und hier ist er. Der Eingang dieser Schlucht, die mein Leben verändert hat. Hier geht es vom erst knapp 40 Jahre alten Lac de St. Croix in die Schlucht des Verdon.

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Grün-türkises Wasser, imposante Wände aus Granit, natürliche Kathedralen aus Fels, weiße rundgewaschene Steine, Buchsbaumwälder, Lavendelbüsche. Der Fluss hat sich in vielen Millionen Jahren durch das Gestein gegraben, majestätisch mäandert er, gebändigt von fünf Talsperren, zwischen Hunderten Metern hohen Felswänden Richtung Süden und mündet recht unspektakulär bei Vinon Sur Verdon in die Durance – ein breites Flussbett, das sich durch den Luberon und die Provence erstreckt.

Lange bevor es den Stausee von St. Croix gab, war der Geologe und Entdecker Edouard Martel in der Schlucht unterwegs um sie zu erkunden. Flussaufwärts sind sie mit Wollpullovern und Wanderschuhen und Gamaschen und ein paar Hanfseilen durch die wilde Schlucht gestiegen. Und sie haben es geschafft. Seitdem gibt es den nach ihm benannten Wanderweg, den Sentier Martel. Es ist der spektakulärste Trail dieser Region und führt direkt durch die Schlucht – wer das einmal erlebt hat, ist addicted. Also ich bin es. Und sehr viele andere auch.

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Ich habe den Verdon im Jahr 2005 kennen gelernt. Dort gab es damals mehrere sogenannte Abenteuercamps, wo Leute über Reiseveranstalter einen etwas anderen Urlaub buchen konnten. Ich bin durch einen Freund bei Kathi und Jule gelandet. Und blieb. Das Team Flötenfrosch entstand dort, und ich habe viele Freunde gefunden. Und einen Freund habe ich dort auch verloren. Den haben wir alle verloren.

Auch als das Camp schließen musste, haben wir es aufrecht erhalten, seit fünf Jahren mittlerweile kommen wir jedes Jahr im Juni dorthin. Weil unser Freund dort geblieben ist, an seinem Lieblingsplatz, von wo aus er in die Schlucht gucken kann.

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Jedes Jahr, an seinem Todestag, besuchen wir den Ort, an dem er verunglückt ist, wo er verschlungen und weggespült wurde, von der Natur, die er so geliebt hatte.

Wenn wir am Verdon sind, dann sind wir bei ihm. Und bald wieder. Hang Loose, yo.

verdon copyright silke wünsch

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3 Gedanken zu „Der Verdon ruft. Immer wieder.

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