Kontrapunkt zur Sexismusdebatte

Aaah. Heute ist der 29. Januar, der „Tag der Männergesundheit“.

Nun, es ist nicht DER Tag, sondern EIN Tag, denn es gibt viele Tage dieser Art, wenn man sich bei Google schlau macht. Ok, aber heute ist eben auch einer, warum auch nicht.

Männer gehen nicht so oft zum Arzt wie Frauen, heißt es. Männer sind suchtanfälliger als Frauen, sagen Experten. Man attestiert ihnen höhere Risikobereitschaft und geringeres Gesundheitsbewusstsein. Ganze Kerle eben: Das traditionelle Männerbild verbiete es den Herren, Schwäche zu zeigen = krank zu sein.

Das deckt sich allerdings nicht mit dem, was Frauen manchmal beobachten müssen, wenn ein Schnupfen grassiert. Wenn dieses äußerst hinterhältige Virus einen Mann anfällt, dann geschieht mit dem ganzen Kerl Wundersames.

Ein kranker Mann IST schwach. Zugegebenermaßen dauert es etwas, bis er in diesen bedauernswerten Zustand kommt. Lässt er seiner Krankheit jedoch erst mal freien Lauf, dann ist er bereits an der Schwelle des Todes. Denn die Erkältung nimmt nicht nur schwersten Einfluss auf die körperliche Verfassung sondern auch auf seine Selbstwahrnehmung.

Er liegt auf dem Sofa. Nicht im Bett, da sieht ihn ja niemand. In Decken gehüllt, zitternd, schnüpfelnd und hustend lässt er alle, die in seine Nähe kommen, an seinem Leid teilhaben. Seine Augen tränen, er bittet mit matter Stimme um einen Schluck Tee. Und um eine Tüte Gummibärchen. Um ihn herum gebrauchte Papiertaschentücher. Besorgt legt die fürsorgliche Partnerin – ooh, sicher auch der fürsorgliche Partner!! – einen nassen Lappen auf die schweißgetränkte Stirn. Sein Atem geht flach, die Kraft reicht nur noch für den Griff in die Gummibärchentüte. Der Teebecher muss an die Lippen geführt werden.

Nach zwei Tagen – spätestens nach zwei Tagen – ist dieser Spuk vorbei. Dann hat er mindestens eine Staffel 24 geguckt oder Breaking bad. Von mir aus auch die gesamte Harry Potter-Box. Nach spätestens zwei Tagen richtet er sich wieder auf. Schnäuzt noch einmal ordentlich in ein Tempo. Schüttelt sich.

Macht sich vorsichtig eine Zigarette an.

Geht doch.

Manchmal mag ich es doch lieber wenn Männer einen auf stark machen.

 

p.s.: Der Flötenfrosch-Teampartner verwehrt sich gegen diese Beschreibung. Ich möchte auch nochmal in aller Deutlichkeit sagen, dass es sich auch bei diesem Text um Satire handelt.

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