Der Frosch brütet.

Als Neuling muss man sich ja erst mal behaupten, also man muss was vorweisen oder so krasse Dinge tun – oder schreiben – dass man auffällt.  Also eine Facebook-Seite bauen und alle 150 Freunde einladen sich den Quatsch mal anzugucken. Immerhin, danke, es hat geklappt.

6 Follower bei Twitter sind dagenen definitiv zu wenig. Nu habt ihr alle gesagt dass euch das „gefällt“ – und jetzt habt ihr seit ’ner geschlagenen Woche nix vom Frosch gehört.

Oh Gott. Erst einen Monat online und schon eine Schreibblockade.

Ich kann euch sagen woran es liegt. Seit Tagen zappe ich durchs Netz, schaue mir Blogs von anderen an um zu gucken, was die so machen. Also das sind berühmte Leute, über die spricht, äh bloggt man, die werden kommentiert, geteilt, auf Twitter angepriesen, werden auch schonmal als „Netzprominenz“ bezeichnet.

Zeitgleich lese ich immer wieder von der „Bloggerkrise“ – die Deutschen bloggen angeblich nicht mehr so gerne und so viel – na toll, ich fange gerade erst an. Außerdem laufen die Sozialen Medien angeblich dem guten alten Blog den Rang ab. Alt, nun ja. Darüber wird heftig diskutiert in der „Netzgemeinde“.

Diskutiert wird aber auch, ob es eine „Netzgemeinde“ überhaupt gibt. Ich habe auch schon meinen Senf dazu gegeben. Also „Netzgemeinde“ – sind das jetzt alle, die ein paar Gedanken im Netz verbreiten, oder gehören auch die dazu, die bei Zalando Schuhe kaufen? Wer um Himmels willen ist diese „Netzgemeinde“? Bin ich dabei? Jetzt schon? Oder muss ich erst mal bekannt werden? Einen Vortrag auf der re:publica halten, eine Guy Fawkes-Maske tragen? Shitstorm-Opfer werden?

In meine Gedanken vertieft, greife ich zwecks Zerstreuung zum „Handbuch für die Frau“. Und lerne, wie man einen Bikini häkelt. Wie man einem Mann einen Korb gibt. Wie man schön wird. Auch wie man ein Schwein schlachtet. Und – jetzt kommt’s: wie man ein Blog anlegt.

Der Frosch runzelt den ganzen Kopf. (Danke, Funny.)

Und da sagt man mir allen Ernstes: Die erfolgreichsten Blogs haben immer was mit Sex zu tun. Ich soll allen von meinen Lieblingspraktiken erzählen und von meinen Erlebnissen bei der letzten Swingerparty. Dann werde ich auf jeden Fall gelesen, steht da, mindestens Top 5 im Promibloggerranking.

Der Frosch legt den gesamten Körper in Falten.

Und blickt ermattet auf das andere Buch, das dort auf dem Tisch liegt – Shades of Grey – Zwischenstand: ich habe seit einer Woche 50 Seiten geschafft und bin versucht, es aus Langeweile in seine Einzelteile zu zerlegen, also was für eine öde Scheiße ist das. Beim Dschungelcamp kann ich wenigstens lachen.

Und dann lese ich, dass ein Blog nix anderes ist als ein Tagebuch, indem man seine Gedanken zusammenfasst und sie dem Rest der Welt mitteilt, ob der es braucht oder nicht. Genau das mache ich. Punkt. Die „Netzgemeinde“ kann mich mal.

Ihr aber nicht.

Der Flötenfrosch bleibt dran.

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